Wie Verhalten entsteht

Es gibt vier zentrale Faktoren, auf die Führung Einfluss nehmen kann, damit gewünschtes Verhalten gezeigt wird. Ein einfaches Modell mit Teufel im Detail.

Lutz von Rosenstiel hat ein praktikables weil simples Modell zu den vier Einflussgrößen auf Verhalten beschrieben. Die Handlungsebenen werden dabei schnell sichtbar. Der Teufel beim Intervenieren steckt natürlich auch hier im Detail.

Persönliches Wollen

Die Frage nach der Motivation beschäftigt die Psychologie seit vielen Jahren. Eine klassische Frage in Führungskräftetrainings ist daher auch, wie man Menschen / Mitarbeiter motivieren könne, ein bestimmtes Verhalten als erstrebenswert und wichtig anzusehen und daher auch zu zeigen. Sehr wohl hängt Verhalten ganz entscheidend vom Wollen, von individuellen Bedürfnissen und eigenen Motiven des einzelnen ab. Das Wissen aus der Gehirnforschung hilft ungemein, zu verstehen, wie Gehirn tickt und was Menschen antreibt.

Individuelles Können

Hierzu zählen Fähigkeiten, erworbene Fertigkeiten, Wissen sowie fachspezifische Kenntnisse. Somit ist die individuelle Kompetenz eine Voraussetzung dafür, ein gewünschtes oder angestrebtes Verhalten
tatsächlich zu zeigen. Wir lernen übrigens am erfolgreichsten über das Tun (statt über Sehen, Hören, Lesen usw.) und durch regelmäßige Wiederholung.

Soziales Sollen und Dürfen

Regeln und Normen des sozialen Umfeldes bestimmen ebenfalls Verhalten und Handeln. Durch Erziehung und Ausbildung haben wir Werte und Einstellungen erlernt, die wiederum durch die Vielzahl an sozialen Kontakten geprägt werden. Im Verhalten spiegelt sich somit immer auch die Umwelt wider und bestimmt, ob ein Verhalten gezeigt wird oder nicht. Die im System impliziten, oftmals unausgesprochenen Regeln sind in ihrer Macht nicht zu unterschätzen und sollten Ansatzpunkt guter systemischer Coachingarbeit von außen sein.

Situative Ermöglichung

Subjektive Wahrnehmung sowie harte Fakten und objektive Gegebenheiten einer Situation können bestimmte Verhaltensweisen behindern und andere wiederum begünstigen. Menschen überhaupt die Chance / Ressourcen / Umgebung zu geben, um bestimmtes Verhalten zu zeigen - darauf reduzieren manche Führungskräfte ihre Managementtätigkeit. Gute Führung berücksichtigt allerdings alle vier Wirkmomente.