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Worauf es bei der Coachauswahl ankommt

Worauf es bei der Coachauswahl ankommt

Coach ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Dies führt zu einem überaus unübersichtlichen Anbietermarkt. Wie soll sich ein Interessent darin zurechtfinden? Ein kleiner Wegweiser zum Jahresbeginn.

Vor einigen Monaten schrieb ich bereits zum Thema Online-Coaching. Daneben gibt es aber auch eine Reihe von Präsenzangeboten, die sich unter dem Begriff Coaching sammeln und kritisch zu hinterfragen wären. Fakt ist, dass sich mit Coaching durchaus Geld verdienen lässt und unklare Qualitäts- und Marktzugangskriterien öffnen damit das Tor für einen Kessel Buntes.

Vor einigen Wochen fand ich hierzu ein durchaus lesenswertes Essay. An manchen Stellen habe ich hierbei gestutzt, vieles ist aber gut skizziert. Unabhängig vom Nutzen eines Coachings (im Essay provokant als „Wellness fürs Gehirn“ bezeichnet), bleibt für den Laien am Ende die Frage, woraus es eigentlich bei der Auswahl eines Coaches ankommt.

Um eine allzu theoretische Antwort zu ersparen, greife ich die Praxis auf:

  • Wie wohl fühle ich mich im Kontakt? Kunden sprechen im Nachhinein immer wieder vom guten Bauchgefühl in den ersten Gesprächsminuten. Machen wir uns nichts vor: Wer sich wohl fühlt, öffnet sich, wer dies nicht erlebt, lässt sich emotional auch von tollen Referenzen nicht wirklich überzeugen.
  • Wie fokussiert ist der Coach? Wer zu allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht – sagt ein alter Beraterkalauer. Ein Coach sollte jedoch gut benennen können, was ihn interessiert, was Feuer entfacht, mit welchen Menschen sie/er sich beschäftigen möchte – und wo auch Grenzen sind. Anschlussfähig an die Welt meines Gegenübers bin ich als Coach nämlich nur dann, wenn es mich wirklich interessiert. Und kennen Sie wirklich jemanden, der sich für alles und jeden mit der selben Leidenschaft interessiert?
  • Wie gelassen ist der Coach? Natürlich lebt ein Coach vom Coachen, also von Interessenten, die zu Kunden werden. Und dennoch sollten Coaches in der Lage sein, loszulassen – und das vom ersten Moment an. Gesprächspartner sind mündig und dürfen frei entscheiden, auch, mit wem sie ins Coaching einsteigen. Echte Gelassenheit drückt sich auch dadurch aus, dass ein Coach dies explizit anspricht.
  • Was will der Coach? Am besten nichts – außer überflüssig werden. Worte sind ja immer verräterisch, daher halte ich es nicht für Zufall, dass immer von Klienten im Coaching die Rede ist. Im ursprünglichen Wortsinne ist der Klient der Abhängige. Dies kann ein professioneller Coach nicht ernsthaft wollen, sondern deutlich machen, dass der Prozess allein der Handlungsfähigkeit seines Gegenübers dient, der ein (oder mehrere) Anliegen klären möchte. Auch der Begriff Coachee (wer kennt nicht den Trainee) drückt m. E. ein grundsätzliches Missverhältnis aus.
  • Welches Menschenbild prägt den Coach? Über welche Grundwerte spricht ein Coach, wie macht er sie deutlich, wie leiten sie ihn im Handeln usw.? Dies sollte man sich gerade im ersten Kontakt deutlich machen. Coaching wird übrigens immer dann spannend, wenn das eigene Menschenbild und das des Coaches zumindest unterschiedlich sind. Entscheidend ist, dass es überhaupt eines gibt, für das der Coach Position bezieht.
  • Und zu guter Letzt beherzigt ein guter Coach den Grundsatz, wonach es darauf ankommt, die richtigen Fragen zu stellen und nicht, die richtigen Antworten zu wissen.

Und welche Frage möchten Sie sich in 2011 beantworten?

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Autor

Stephan Stockhausen

Veröffentlicht

03. Januar 2011

Kategorien

Coaching