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Was der Chef nicht erfahren darf

Erstaunlicherweise ist die Kommunikationskultur in vielen Unternehmen noch immer dadurch geprägt, dass „Chefs“ geschont werden. Sie erfahren erst viel zu spät, was Menschen schon länger unangenehm aufstößt, was sie kritisieren, wo sie andere Meinungen haben etc.

Entsprechend erstaunt sich manche Auftraggeber, wenn sie Ergebnisse aus Workshops erhalten, aus denen sich unmittelbare strukturelle oder strategische Verbesserungen ableiten lassen. Irritiert sind sie dann, wenn Kritik an ihrer Person laut wird.
Noch immer befürchten Menschen, dass es Ihnen zum Nachteil gerät, wenn sie Probleme gegenüber Vorgesetzten offen aussprechen. Und das, obgleich eigentlich bekannt ist, welch kreatives Potenzial im Unternehmen steckt, wenn Beschäftigte sich einbringen dürfen und dies auch honoriert wird.

Institutionalisierte Meetings helfen dabei sicherlich nur bedingt. Spannender ist es, wenn Führungskräfte den direkten Kontakt und Austausch auf Augenhöhe suchen. Zentrale Führungsaufgabe sollte die Kommunikation sein.

  • An welchen Zielen arbeiten Sie gerade?
  • Wie klappt es?
  • Welche Schwierigkeiten sind zu überwinden?
  • Was lernen Sie aus den letzten Aktivitäten?
  • Welche Lern- und Verbesserungshinweise an das Unternehmen gibt es? etc.

Um nicht dauerhaft den Eindruck eines Besserwissers zu vermitteln, sollten Führungskräfte dabei stets den alten Leitsatz beherzigen: Der Herrgott hat uns zwei Ohren und einen Mund geschenkt – damit wir doppelt so viel zuhören wie wir selber reden.

Dies wird erst recht dann notwendig sein, wenn zwar für das Können als auch für die Zieldefinition und den Leistungsanreiz gesorgt worden ist, dennoch nicht das gewünschte Verhalten bei Beschäftigten zu sehen ist. Oftmals wird hier vermutet, Menschen seien nicht motiviert. Aus meiner Praxis weiß ich, dass dies eher selten der Fall ist, sondern Bedenken, Sorgen, Ängste etc. neuartiges Verhalten verhindern. Hier braucht es Aufmerksamkeit, Empathie und die Bereitschaft, diese Gefühle erst einmal stehen zu lassen und das Vertrauen zu wertschätzen.

Hier lohnt sich der kritische Blick in den Spiegel:

  • Wie leicht oder schwer bin ich überhaupt für andere verfügbar?
  • Wie gehe ich mit Lob und Wertschätzung um?
  • Wie gehe ich mit Ideen und Anregungen um?
  • Was erleben andere zu meinem Umgang mit Kritik an meiner Person oder mit schlechten Nachrichten?
  • Wie ist mein Umgang mit Ängsten, Befürchtungen, Sorgen und Bedenken?

Was sagt denn Ihr Spiegel an der Wand zu diesen Fragen?

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Im Unternehmerblog schreibt Stephan Stockhausen über Erlebnisse und Bedenkenswertes aus seiner Arbeit als Unternehmerberater und Coach, weist auf bemerkenswerte Veröffentlichungen hin, inspiriert zum Denken und Handeln und freut sich über Leser, die sich zum Schreiben von Kommentaren und Rückmeldungen aktiviert fühlen.

Autor

Stephan Stockhausen

Veröffentlicht

25. Juni 2010

Kategorien

Unternehmerberatung, Coaching, Kompetenzentwicklung