Trends der Zukunft
Unternehmen beschäftigen sich gern mit Trends, um frühzeitig Angebote, Produkte und Vertriebswege anpassen zu können. Manch einer verliert dabei den Anschluss, mancher Trend bleibt aber auch eher Strohfeuer.
Spätestens seit der Wirtschaftskrise wird aber deutlich, dass es große tektonische Verschiebungen gibt. Verhalten von Menschen ist dabei Ausdruck ihrer Haltung. Und vielleicht mag dann z. B. das Umfragehoch der Grünen ein Strohfeuer sein. Oder der Ausdruck von neuer „Bürgerlichkeit“ (und die Bürger sind schließlich wir alle). In jedem Fall erlebe ich um mich herum unisono: Der Turbokapitalismus hat sich selbst zum Abschuss freigegeben.
Was aber dann?
- Masse statt Klasse, Geiz ist geil wird sich überleben; vielmehr folgt ein Trend zu mehr Qualität und v. a. die Zuwendung zur Frage, welchen Konsum jeder einzelne eigentlich für sein Glück, seine Werte etc. benötigt. Brauche ich also wirklich noch einen weiteren Flachbildschirm? Was gibt mir wirklich Sinn?
- Wie konsumiere ich nachhaltig, also auch im Hinblick auf Verschwendung von Ressourcen und Überlebensfähigkeit meiner Umwelt?
- Qualität wird sich zunehmend messen an Vokabeln wie gesund, ethisch vertretbar und identitätsstiftend.
- Daher wollen Konsumenten zunehmend Produkte und Dienstleistungen von verantwortungsbewussten Anbietern.
- Damit wird weiter an Bedeutung gewinnen, was auch die Bindung an einen bestimmten Dienstleister oder Hersteller über mich als Person aussagt. Im individualisierten Zeitalter betrachtet sich jeder als Marke; und Marke muss gepflegt werden. Es sagt halt etwas über mich aus, ob ich zum Kettenbäcker oder zu Wickenburg gehe.
- Da das „Ich“ wichtiger geworden ist und weiter werden wird, gehen Investitionen auch stärker ins „Ich“, also z. B. in Richtung (Selbst-)Erfahrung, Wohlfühlen, Gesundheit, Erleben, Bildung usw. Über den Coachingboom z. B. sollte sich niemand ernsthaft wundern.
- Neben dem Online-Netzwerken gewinnt das regionale Netzwerken weiter an Kraft. Dies drückt sich auch darin aus, dass ich eher vom Hersteller aus dem Umfeld kaufe und regionale Verbundenheit zum Wettbewerbsvorteil werden kann.
Das alles hat unmittelbare Auswirkungen auf Märkte der Zukunft. Für Unternehmen kommt neben dem Anpassen an veränderte Konsumentenmärkte noch eine ganz neue Aufgabe um die Ecke: die Anpassung an den Arbeitskräftemarkt.
Denn obige Punkte werden dort in gleicher Form wirksam. Allein mit Zuckerbrot und Peitsche oder Versprechen über sichere Arbeitsplätze oder Gehaltsaussichten werden Menschen, die vorab beschriebene Haltung eingenommen haben, nicht zu binden und zu locken sein.
Hier gilt dann auch:
- Welchen Sinn gibt mir diese Beschäftigung bei diesem Arbeitgeber?
- Wie pfleglich und verantwortungsbewusst wird mit meinen Ressourcen umgegangen?
- Wie nachhaltig für mich persönlich ist diese Anstellung?
- Wie gut geht es mir dort, was wird für meine Gesundheit, Entwicklung, persönliches Wachstum getan, welchen Erlebnissen darf ich beiwohnen?
- Welche Arbeitgebermarke bietet sich mir an?
- In welchem sozialen Umfeld bin ich tätig, fühle ich mich zuhause, kann ich Privates und Beruf miteinander verbinden usw.?
Und wie haben Sie sich, wie hat sich Ihr Unternehmen auf diesen Trend vorbereitet?
Wir machen Sie gerne fit für diese Zukunft.
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Autor
Stephan Stockhausen
Veröffentlicht
05. Mai 2011
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