Rede für Deutschland
Politik ist ein schwieriges Thema für einen Blog. Daher soll sie hier eigentlich außen vor bleiben. Erst recht, da ich mir mit vielen einig bin, dass die Wirklichkeit ja noch ganz gut funktioniert, obwohl es »die Politik gibt«.
Am Freitagmorgen stolpere ich im Magazin der Süddeutschen über eine Rede , die unsere Kanzlerin wohl niemals so halten wird, die aber den Nagel so was von auf den Kopf trifft, dass sie nicht unübersehen bleiben darf.
Was müsste eigentlich noch passieren, bis diese Einsichten, bei denen viele durchaus nicken werden, öffentlich formuliert, gar diskutiert werden?
Noch ein Quervergleich: meine erste WM durfte ich am Fernseher 1982 erleben. Seitdem habe ich viel Rumpel- und Kraftfußball gesehen, deutsche Willenskraft eben. Ende der 90er hat Fußballdeutschland zu spüren bekommen, dass Stillstand auf Dauer gefährlich ist, dass kurzfristige Erfolge mitunter über grundsätzliches Versagen hinwegtäuschen. Umso mehr genieße ich die Spielkultur und Jugendlichkeit der neuen Fußballgeneration. Noch schöner als alle Tore sind manche Spielzüge, überraschende Ideen und raumöffnende Pässe. Das ist eine neue Spielkultur, für die es aber Jahre und Nachwuchs brauchte.
Wenn man nun die politischen Bühnen Berlins, Düsseldorfs und Co. betrachtet – wo ist eigentlich noch der Unterschied zum Ribbeck-Aus bei der Euro2000?
Naja, wir sind das Volk?!
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Autor
Stephan Stockhausen
Veröffentlicht
20. Juni 2010
Kategorien
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Stephan Stockhausen am 21. Juni 2010:
Nachtrag zum Blog:
Die Franzosen unterstreichen ja geradezu die Parallele Fußball und Sport. Der französischen Presse zufolge schämen sich die Franzosen für die Auftritte ihrer Mannschaft. Und sie befürchtet mehr, wie ein Politiker auf den Punkt bringt: “Eine Mannschaft spiegelt eine Epoche wider. Und diese verkörpert Egoismus und Individualismus und die Auflösung der Brüderlichkeit.”
Der Sportphilosoph Gunter Gebauer bemüht den Vergleich ebenfalls und kommt zu folgenden Aussagen: “Im Kern geht es um eine positive Repräsentation des eigenen Landes. Das fehlt den Menschen in der Politik. Die Leute erkennen: Auf dem Platz sehen wir das Gegenteil von dem, was wir in der Politik vorfinden. Joachim Löw ist ja einer, der sehr zielgerichtet mit seiner Mannschaft kommuniziert ... ihn interessiert die Sache selbst. Da macht er keine Konzessionen. So eine Haltung mögen die Menschen.”
Womit wir wieder beim Ausgangstext für diesen Blog wären (s. o.)