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Glück gehabt

Glück gehabt

Wie das leichte Gefühl des Glücks im Leben kommt und geht.

Yippie-ya-yay! Abklatschen. Grinsen.
Was für ein Start in den Sonntagmorgen.
Gestern ging es mit dem Glück schon los. Auf dem Markt entdecke ich wieder diese ultraleckeren Erdbeeren. 3 Schalen zum Aktionspreis. Okay, ein paar zum Dessert – und aus dem Rest zum ersten Mal Konfitüre kochen. Sofort beginnt das Feuerwerk im Kopf. Was könnte noch passen? Im iPhone nach Rezepten ohne Gelierzucker gesucht und auf die Fährte begeben, z. B. nach Agar-Agar (nie vorher gehört).
Aus dem Einkaufsspass wird dann ein Nachmittagsvergnügen. Wie die Kinder mit den Zutaten experimentiert. Was gibt der Vorrat noch an edlen Geschmacksverstärkern her? Und am Ende die bange Frage: Wird diese Erdbeer-Limette-Vanille-Tequila-Schokomischung fest oder ein flüssiges Dessert für die nächsten Tage? Am Sonntagmorgen dann: es hat geklappt! Und dann gleich ein wunderbares Wickenburg-Croissant – WOW!

Die aktuelle GEO-Wissen liegt bereits auf dem Urlaubslektürestapel; Titel: Glück. Wenn ich schon an den Ort denken, an dem ich sie lesen will, empfinde ich: Glück. Erinnerungen, Farben, Gerüche, Geschmäcker bilden ein wildes Potpourri in meinem Kopf. Vorfreude auf die italienische Terrasse und Glück, diesen Ort gefunden zu haben, immer wieder geniessen zu dürfen. Wieder schaut das flüchtige Glücksgefühl vorbei, ausgelöst durch eine Zeitschrift.

Und während ich dies so schreibe, fallen mir wieder die kleinen Glücksmomente der letzten Woche ein, für die ich dankbar bin:

  • das überraschende und spontane Wiedersehen mit dem alten Schulfreund
  • das Kribbeln vor dem Gründen der neuen Geschäftsidee
  • die Vorfreude auf ein Auswärtsspiel in der nächsten Saison, das zu Fuss erreichbar ist
  • der perfekt zubereitete Spargel und das zugehörige Steak
  • der Moment im Teamtraining, in dem die simple wie geniale Idee kam, ein Thema mit einem rohen Ei zu verdeutlichen
  • die positiven Rückmeldungen dazu, die über Umwege ungefragt zwei Tage später bei mir ankommen
  • die Bolzrunde mit den langjährigen Kumpels
    usw.

Es soll Charakterstärken geben, die man lernen/verstärken kann, um sich glücklicher zu fühlen. Für viele ist Glück und Zufriedenheit ein seltener Moment, der zur Tür hineinschaut. Vor Glück platzen – das mag tatsächlich eher seltener vorkommen. Ein Lachen ist jedoch viel häufiger unser Gast. Oder es hat gar einen Stammplatz. Genauso wie der Blick für die kleinen Freuden, für die kleinen Erfolge, die kleinen Ahas.
Glücklicher werden Sie nicht durch den Besitz dessen, was Sie begehren. Sondern durch Bewusstsein für das, was Sie bereits haben. Das muss kein Besitz sein, sondern kann sehr wohl auch das sein, was Sie tun (und manchmal auch nur versuchen) oder was Sie sind.

Ihr Gehirn lernt im Schlaf. Kleine Glückshilfe für den Alltag: Beenden Sie den Tag vor dem Einschlafen mit einer Dankbarkeitsmeditation. Holen Sie noch einmal die kleinen und großen Momente des vergangenen Tages vor das innere Auge und seien Sie dankbar dafür. Wie beim Schäfchenzählen schlafen Sie darüber womöglich ein, zugleich geben Sie Ihrem Gehirn einen wichtigen Impuls, was es denn aus der zurückliegenden Wachphase lernen soll – das Positive.

Wer sich eine Portion Glück für den Nachttisch wünscht, möge sich gerne melden.

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Autor

Stephan Stockhausen

Veröffentlicht

30. Mai 2011

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