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Generationenkonflikt

Generationenkonflikt

Eine Herausforderung für jedes Unternehmen – der Generationenkonflikt zwischen Babyboomern, Generation X und den Millennials.

Generationenkonflikte sind uns allseits bekannt. In Familien gehört es dazu, dass die Jungen sich von den Älteren ablösen und erwachsen werden und dazu mitunter den Konflikt, die Andersartigkeit oder schlicht das Verändern benötigen.

Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immens und in immer höherem Tempo gewandelt. Menschen sind zugleich von ihren gesellschaftlichen Umständen geprägt. Jetzt, da die 68er zielstrebig aus der Verantwortung ausscheiden, treffen drei Generationen aufeinander, die es näher zu betrachten gilt. Ein jede hat Antworten und Werte aus den eigenen Erfahrungen gewonnen. Sie unterscheiden sich. Und Wertekonflikte sind fundamental – sie aufzulösen ist zentrale unternehmerische Aufgabe.

Welche Generationen sind denn da nun gerade am Werk?

  • Die Babyboomer (Mitte der 50er bis Mitte der 60er): Sozialpsychologen gehen davon aus, dass die große Zahl Gleichaltriger eine Urerfahrung der Masse stattgefunden hat. Diese Erfahrung habe zu verstärktem Konkurrenzverhalten geführt. Das Bedürfnis nach Status (also Andersartigkeit) hat emotional an Bedeutung gewonnen. Seinen Ausdruck findet dies zudem in stärkerem Selbstmarketing, ehe der Eindruck entsteht, man sei ersetzbar. Die Nachfolgegeneration der 68er steht zwar einerseits für die Friedens- und Umweltbewegung sei jedoch zugleich desillusioniert, Gesellschaft wirksam verändern zu können. Mit Indifferenz schützen sie sich vor Enttäuschung. Wer sich nichts vornimmt, kann auch nicht enttäuscht werden. So verpassen es Babyboomer mitunter, Organisationen mit jenseits reinen Profitstrebens legitimierenden Identitäten zusammenzuhalten.
  • Generation X (Mitte der 60er bis Anfang der 80er): Sie wurde auch als Generation Golf beschrieben, die eine materiell sorgenfreie Jugend genoss und eher unpolitisch agiert. Ausgeprägter sei vielmehr die Orientierung an Mode, Marken und dem eigenen Ich. Zwischen Hedonismus und Egoismus ist oft nur ein schmaler Grat. Allein das Geld motiviert die Generation daher nicht, neben dem Statusbedürfnis ist auch das Autonomiebedürfnis stärker entwickelt. Erfahrungen und Lernen sollen daher der persönlichen/beruflichen Entwicklung dienen. Hierarchie und zugehörige Titel drücken folglich persönlichen Erfolg aus.
  • Die Millennials (seit Anfang der 80er): Dies ist die erste Generation, die größtenteils im Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen ist. Sie arbeiten bevorzugt in virtuellen Teams als in starren Hierarchien. Sie sind multikulturell, offen und arbeiten zusammen, ohne sich in Rollenbilder (Geschlecht, Alter, Abstammung usw.) zu verbeißen. Die Interaktion mit den technischen Kommunikationsmöglichkeiten führt zu anderen Denkmustern und zu einer fundamental veränderten Informationsverarbeitung. Direkter Zugriff, Vernetzung und Sinnhaftigkeit bedienen ihre Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Fairness.

Nun sind große Schubladen wie „Generationen“ sicherlich nur grob zu betrachten und werden der Einzigartigkeit von Menschen nur im Ansatz gerecht. Und doch lassen sich in Unternehmen Abbilder des Generationendenkens wiederfinden, tauchen Konflikte zwischen den Generationen auf, die insbesondere bei der Veränderung vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt an Bedeutung gewinnen werden.

Karriere, Erfolg, Sinn etc. haben in den letzten Jahrzehnten offenbar andere Bedeutung gehabt als es heute der Fall ist. Die Veränderung vom Einzelkämpfer zur Gruppenintelligenz, der Wandel vom Profitstreben zu sinnvollem Unternehmertum (und Sinn ist, was Kunden echten Nutzen bringt), die Ablösung von Zuständigkeitsdenken zu Verantwortungsübernahme sind die eigentlichen kulturellen Veränderungen, die bereits um uns herum geschehen und denen sich Unternehmen immer mehr stellen sollten.
Dazu bedarf es Verantwortungsträger, die bereit sind, ihre mentalen Landkarten zu hinterfragen, die Sinn vermitteln können und Kraft haben, loszulassen und zugleich zu steuern. Hierarchisches Führen war leicht – laterales und systemisches Denken braucht Persönlichkeit.

Wenn Sie sich der Herausforderung stellen wollen, eine lernende Organisation oder Ihre Führungspersönlichkeit zu entwickeln, freuen wir uns auf den Dialog mit Ihnen.

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Autor

Stephan Stockhausen

Veröffentlicht

13. Februar 2012

Kategorien

Unternehmenskultur, Führung, Unternehmer