Esoterik und Spirituelles
Da schreibt meine Kollegin in ihr XING-Profil:
Ich suche Menschen, die lebendige Lösungen suchen, ihre Selbstverantwortung ernst nehmen, Potenzial bewegen wollen, persönliches Wachstum erreichen möchten und die loslassen und loslegen …
Kommentar eines Nutzers: „Das klingt sehr esoterisch …“
Ein Betrachter unserer Webseite verrät, „dass Ihr spiritueller Ansatz ja interessant“ sei.
Aha.
Nicht, dass ich Berührungsängste vor Spiritualität und Esoterik habe. Dennoch gönne ich mir mal einen Blick in Wikipedia. Demnach ist:
- Esoterik: „in der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs eine philosophische Lehre, die nur für einen begrenzten „inneren“ Personenkreis zugänglich ist – im Gegensatz zu Exoterik als öffentlichem Wissen. Andere traditionelle Wortbedeutungen beziehen sich auf einen inneren, spirituellen Erkenntnisweg, etwa synonym mit Mystik. Daneben wird der Begriff in freier Weise für ein breites Spektrum verschiedenartiger spiritueller und okkulter Lehren und Praktiken gebraucht.“
- Spiritualität: bedeutet im weitesten Sinne Geistigkeit und kann eine im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung meinen. Spiritualität im spezifisch religiösen Sinn steht dann auch immer für die Vorstellung einer geistigen Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit.
Soso.
Habe ich also mit der Manufaktur für Wachstum eine Religion gegründet?! War zumindest nicht die Absicht. Etwas merkwürdig finde ich schon, dass die Hinwendung zum Menschen bzw. dem, was Mensch-Sein ausmacht bei einigen offenbar einen Esoterik-Reflex auslöst. Andere würden sagen, das sei doch lediglich humanistisches Denken.
Unser letzter Zukunftsdialog stand unter dem Titel „Zeit für Führung“; und es ging in den Dialogen wirklich nicht um die Frage, wie Mehr aus der eigenen Zeit herauszupressen sei. Sondern eher, wie man sie denn sinnvollerweise für sich nutze – und was man dazu besser lassen sollte. Am Ende stand ein Bild im Raum, an dem alle Anwesenden sich die Fixpunkte der eigenen Identität bewusst machen konnten. Ein Bild, das verdeutlichte, was Mensch-Sein ausmacht, das zeigte, dass Arbeit/Firma nur ein teil eines Ganzen ist. Und darin alles miteinander zusammenhängt.
Ein Vorschlag war daher, den Titel in „Zeit für mein Selbst“ zu verändern. Tja, ob bei diesem Titel der Raum voll gewesen wäre? Oder hier nicht eher der Esoterik-Stallgeruch zugeschlagen hätte?
Werte sind sicherlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich besetzt. Das weiß ich aus meiner täglichen Arbeit in Coachings, Teamentwicklungen oder Veränderungsprozessen. Daher kann ich zwar selbst mit dem Etikett „spirituell“ wenig anfangen, bleibe aber gern bei der Linie (und die gilt gleichermaßen für Einzelpersonen, Gruppen oder Unternehmen):
„Der Sinn des Lebens besteht darin, dem Leben Sinn zu geben.“
Und Sinn macht für uns alle in der Manufaktur, anderen Wege zu öffnen, diesen Sinn für sich zu benennen und sich ihm gegenüber loyal zu verhalten.
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Autor
Stephan Stockhausen
Veröffentlicht
08. September 2011
Reimund Bertrams am 16. September 2011:
Lieber Herr Stockhausen.
hier ein Text, den ich über eine spirituelle Facebook-Gruppe bekommen habe – und der sehr deutlich zeigt, wo die berührungspunktre liegen könnten:
»Nixivan hatte seine Freunde zu Essen eingeladen und bereitete ein vorzügliches Stück Fleisch für sie.Mit einem Mal stellt er fest, dass er kein Salz meh hat. Also ruft Nixivan seinen Sohn.
Geh in das Dorf und und kaufe etwas Salz, aber zahle einen fairen Preis dafür: zahle weder zuviel, noch zuwenig.’
Sein Sohn war überrascht.
‘Ich kann verstehen, warum ich nicht zuviel dafür zahlen soll, Vater, aber wenn ich den Preis runterhandeln kann, warum soll ich nicht etwas Geld sparen?’
‘Das zu tun wäre in einer grpßen Stadt eine vernünftige Tat, aber es kann ein kleines Dorf wie unseres zerstören.’
Als Nixivans Gäste, welche die Unterhaltung mitangehört hatten, wissen wollten, warum sie Salz nicht billiger kaufen sollten, wenn sie könnten, antwortete Nixivan:
‘Der einzige Grund warum ein Mann Salz günstiger verkaufen sollte, als üblich, ist der , dass er verzweifelt Geld braucht. Und jeder, der Vorteil aus dieser Situation ziehen würde, würde mangelnden Respekt gegenüber dem Schweiß und der Mühe zeigen, die der Mann aufwenden mußte, es herzustellen.’
‘Aber so eine kleine Sache kann doch unmöglich ein Dorf zerstören.’
‘Am Anfang, da gab es nur ein kleines Bißchen Ungerechtigkeit in der Welt, aber jeder, der folgte fügte seine kleine Portion dazu, immer in der Meinung, es wäre nur sehr wenig und unwichtig, und seht, wo wir heute stehen.’ «