Die guten Jahresvorsätze
Etwas zu (ver)lassen, aufzugeben, abzustellen, schlichtweg zu ändern, hat als guter Vorsatz zu Jahresbeginn meist Hochkonjunktur. Mit großem inneren Aufwand schafft man es denn auch eine zeitlang – doch der Rückfall schlägt häufig gnadenlos zu. Und das wirkt (leider negativ) auf‘s Selbstbild.
Ach was, es braucht doch nur etwas Disziplin, mag man dort einwenden. Doch wie weit trägt Sie die? Vielleicht über den ein oder anderen Tag, bis eine Gewohnheit sich als solche in unserem Gehirn gesetzt hat, sind wir aber doch meist müde von den Folgekosten der Disziplin: mangelnde Freude, Anstrengung, geopferte Impulse, Selbstbeherrschung…
Manchen Menschen hilft bei einer Veränderung äußerer Druck. Mir sagte mal jemand: „Der Mensch lernt halt nur aus Schmerzen.“ Ach ja? Natürlich bewirkt bei manch einem die Ansage „Wenn Sie so weitermachen, dann…“ einen Umkehrschritt. Aber funktionieren die Warnhinweise auf Zigarettenschachteln wirklich auf breiter Front? Leider habe ich bereits zu viele Menschen erlebt, denen das bekannte Leid und die bekannten Negativkonsequenzen ihres Verhaltens lieber waren als die unbekannte Freude durch eine Änderung.
Der Denkfehler entsteht doch eher durch die Grundrichtung und -definition einer Veränderung. Die meisten Menschen wollen sich „von etwas weg“ verändern. Eben etwas lassen, aufgeben, abstellen. Und stattdessen? Dies beantworten sich viele dann eher vage. Z. B. mit sich gesundheitsbewusster zu ernähren, mehr auf mich zu achten, mein Führungsverhalten zu optimieren, konzentrierter meine Strategie verfolgen etc.
Der Mensch braucht ein positives Ziel, das ihn lockt. Je stärker ich mir dies visualisiere, desto größer wird die Anziehungskraft. Je bunter ich mir meine Vision (=ich sehe) ausmale, desto attraktiver wird sie, desto stärker kann ich schon heute die Freude spüren, die ich mit meinem Veränderungsziel positiv verbinde. Und das macht Mut und Lust zur Veränderung. Denn die Vision in meinem Kopf, die will ich haben, ganz real.
Stellen Sie sich daher die wichtigste Frage, wenn Sie sich etwas vornehmen:
Wozu?
Was haben Sie oder andere (und damit dann auch wieder Sie) davon, dass Sie sich wohin verändern? Was haben Sie davon, wenn alles bleibt wie es ist? Das sind zwei Fragen, die im systemischen Coaching immer im Raum sind. Erfolgreich wird ein Coaching nur dann, wenn Sie die Attraktivität Ihres Ziel erlebt haben.
Und wohin geht Ihre Veränderungsreise 2011?
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Autor
Stephan Stockhausen
Veröffentlicht
21. Januar 2011