Die 4 Erfolgsfaktoren für Teamerfolg
Am vergangenen Wochenende stand NRW doppelt im Rampenlicht. Erst gewinnt der BVB das Double, danach gewinnt eine Landesmutter ihre erste Wahl. Beides hat man vor zwei Jahren in dieser Form sicher nicht erwartet. Und beide Erfolge sind Lehrbeispiele für erfolgreiches Teamwork.
Eine Minderheitsregierung im bevölkerungsreichsten Bundesland zu beginnen, klang anfangs nach Kamikaze. Erlebbar waren dann zwei Koalitionspartner, die hart (und kompromissbereit) an der Sache und weich im Umgang miteinander arbeiteten. Darüber standen stets gemeinsame Ziele: das Projekt zum Erfolg bringen, einen anderen Politikstil entwickeln, Entscheidungen für das Bundesland treffen und umsetzen. Aufeinander zugehen – so wurde wiederholt die Form des Umgangs, eben auch mit der politischen Opposition, betitelt. Am Wahlabend erlebte ich am Bildschirm als den ehrlichsten und nachhaltigsten Moment die Begegnung zwischen Kraft und Löhrmann im Wahlstudio – gemeinsame Freude, Stolz und Zuversicht sprachen aus den Gesichtern.
Ein Verein am Boden, das war der BVB vor nicht allzu langer Zeit. Jürgen Klopp hat als Fußballfachmann dort etwas geschaffen: eine Philosophie vom Spiel und einen Gemeinsinn. Erlebbar ist die Idee, das Zusammenspiel im Mannschaftssport extrem zu betonen. Wer je Fußball gespielt hat, weiß, dass die größten Glücksgefühle entstehen, wenn gemeinsame Spielzüge gelingen, deren Perfektion und Schönheit man selbst kaum glauben kann. Wer Fußball spielt, hat sich entschieden, Teil einer Mannschaft zu sein. Und dieser Funke springt über – nicht zufällig singen Fans, Stadt und Mannschaft gemeinsam „Wir sind alle Dortmunder Jungs!“
Teamgeist, Teamspirit, Teamwork – Vokabeln, die gern benutzt werden, an die appelliert wird, die man sich wünscht und die sicherlich den entscheidenden Unterschied ausmachen können. Das habe ich selbst sowohl als Fußballer als auch im Berufsleben schon erleben dürfen. Das erlebt in der Küche, wer gut einkauft und Zutaten zu einem stimmigen Ganzen zusammenführt, in dem die einzelnen Zutaten noch ihre geschmackliche Kraft entfalten dürfen (und schmeckbar bleiben).
Auf den Punkt gebracht helfen vier zentrale Erfolgsfaktoren, dass aus einem Haufen ein echtes Team wird:
- Ziele vereinbaren: Was ist unsere gemeinsame Vision? Was ist unser Auftrag? Wem nutzen wir wie? Wo wollen wir hin? (Und an welchen Ergebnissen messen wir das?)
- Werte klären: Was zeichnet uns aus? Was treibt uns an? Was gibt uns Kraft, was löst Freude aus? Wofür stehen wir? Worauf kann jeder vertrauen?
- Einzelstärken nutzen: Wer bringt welche Qualität ein? Was zeichnet den Einzelnen aus? Wie machen wir Potenziale nutzbar?
- Interaktion verbessern: Wie gehen wir miteinander um? Wie kommunizieren wir miteinander? Wie sorgen wir für Vertrauen und Wertschätzung? Welche Regeln geben wir uns?
Klingt ganz einfach – ist es aber nach meiner Erfahrung in der Arbeit mit Gruppen selten. Es ist ein längerer gemeinsamer Prozess, der regelmäßige Reflexion, die richtigen Fragen, einen guten Moderator und eine gemeinsame Sprache benötigt.
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Veröffentlicht
14. Mai 2012
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