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Der Sprachfehler bei Führungskräften

Der Sprachfehler bei Führungskräften

Wozu das Wort „Danke“ dienen kann.

Noch immer frage ich mich, wie ernst die Frage eigentlich gemeint ist, ob man zu viel loben könne. In Trainings und Coachings begegnet mir die Frage unaufhörlich. Und schnell entsteht eine Diskussion darüber, wofür es sich eigentlich lohne, zu loben.

Tja, und so bereiten sich moderne Führungskräfte zwar auf Jahresgespräche vor, bleiben aber blind für die Bedeutung ihrer Alltagskommunikation. Und allein dort wird ihre Kommunikationskompetenz gemessen. Nix gesagt ist genug gelobt, scheint für manchen die folgerichtige Konsequenz aus „Und wer lobt mich eigentlich?“ zu sein.

„Danke“ mag synonym stehen für Anerkennung, Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Wer dies erlebt, ist zufriedener mit seiner Arbeit, leistungsbereiter und effizienter. Wohlwollendes Feedback kann folglich kaum zu oft formuliert werden. Fehlende Wahrnehmung behindert die Identifizierung mit dem Arbeitsplatz. Verstärkt wird dies mit Signalen aus der Alltagskommunikation mancher Führungskräfte. Tonfall, Formulierung, Suggestivfragen usw. gehören noch immer „zum guten Ton“. Sie lösen jedoch negative Gefühle aus; die Konsequenzen solcher Emotionen wird im Gegensatz zum möglichen Schaden durch zu vieles Loben selten hinterfragt.

Auch das Wort »Entschuldigung« kann Wunder wirken. Oder sind Führungskräfte etwa frei von Fehlern?
Wer oben an der Spitze steht, wehrt Fehler gern ab oder lässt sie gar mit der Arroganz der Macht an sich abperlen. Ungewöhnlich offen daher folgende Haltung: „Mist, ich habe es vermasselt. Dafür halte ich meinen Kopf hin.“ So der 44. US-Präsident Obama nach der missglückten Besetzung wichtiger Regierungsämter. Wenn Denken und Fühlen in Balance zueinander sind, weiß ich, dass Handeln und Entscheiden stets das Risiko birgt, Fehler zu begehen – oder gar, dass Fehler ein Zeichen sind, dass ich bereit bin, verantwortlich zu handeln.

Insofern wäre es schön, Worte des Dankes und der Entschuldigung zum Repertoire des Führungsalltags werden zu lassen.

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Autor

Stephan Stockhausen

Veröffentlicht

06. Oktober 2010

Kategorien

Führung, Unternehmer