Beruf und Berufung
„Plötzlich bin ich Coach“ – die Klärung der eigenen Rolle als Coach liegt als Ausbildungswochenende hinter unseren Kunden und damit auch hinter uns als Trainerteam. Wir sind noch berührt von den entfachten Leidenschaft und der Lust auf die Tätigkeit in der erlernten Rolle. Für alle bleibt mehr oder weniger die Frage, wie sie nun diese Begeisterung und all die Kompetenzen im beruflichen Alltag anwenden.
Zeitgleich finde ich am Sonntagmorgen ein Interview mit dem geborenen Bochumer Hermann Gerland. Einerseits wird deutlich, wie sehr ihn das Leben im Ruhrgebiet geprägt hat, zugleich berühren seine Aussagen über seine berufliche Leidenschaft. Beispiele: „Wenn es einer meiner Jungs geschafft hat, habe ich Tränen in den Augen. So freue ich mich.“ oder „Wenn der Uli morgen sagt, Hermann, pass auf, du kriegst bis 65 dein Geld, aber du musst aufhören, dann sage ich: Weißte, Uli, behalt dein Geld, ich mach trotzdem weiter.“
Hermann Gerland steht im Profifussball wie kein zweiter für den exzellenten Blick für Talente in Kombination mit der Fähigkeit, diese reifen und wachsen zu lassen. Ich kann jeden der oben genannten Sätze nachempfinden. Wenn ich an meine Kunden (gerade an diesem Wochenende) denke, spüre ich die eigene Freude darüber, dass Berufung und Beruf zusammengehören können. Und die Lust daran, mit anderen daran zu arbeiten, dass sie diesem Zustand ebenfalls nahe kommen. Das ist meine persönliche Berufung.
Hermann Gerland beschreibt auch, wie inkonsequent manche Spieler mit ihrem Talent umgehen oder wie verschwenderisch sie im Jetzt leben. Dies ist mir aus der Coachingpraxis ebenfalls bekannt. Viele verlieren im Laufe der Zeit den Kontakt zu sich selbst und dem, was ihnen wichtig ist. Äußere Zwänge führen zu Kompromissen oder vermeintlich vernünftigen Entscheidungen. Dadurch geraten Menschen aus der Balance, was zu unterschiedlichen Konsequenzen führt.
Zum Leben und Arbeiten in dynamischer Balance zu inneren und äußeren Bedürfnissen zu inspirieren, ist die Berufung der Menschen in der Manufaktur für Wachstum. Und wozu fordert Sie Ihre innere Stimme auf? Was rührt Sie zu Tränen der Freude?
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Autor
Stephan Stockhausen
Veröffentlicht
15. August 2010
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