Design Thinking in der kollegialen Beratung

Design Thinking ist als Haltung und Methode eine Antwort auf Innovationsblockaden oder Fehlerintoleranz.

Für Einsteiger gibt es sogenannte Wallet-Übungen. Diese kann auch leicht modifiziert in die kollegiale Beratung übernommen werden.

Das Material dazu befindet sich im verlinkten WhitePaper.

von Stephan Stockhausen am 18. November 2016 in Leadership

In der kollegialen Beratung neigen Gesprächspartner mitunter dazu, vorschnell eigene Lösungen oder Ratschläge zu verteilen.
Ein strukturierter Prozess hilft, die Kreativität aller Beteiligten zu aktivieren, Empathie zu trainieren und für das eigene Tun inspiriert zu werden.

Abgeleitet von einer klassischen Walletübung aus dem Design Thinking arbeitet die Teilnehmergruppe an Lösungsdesigns, die über das reine Erfahrungswissen hinaus gehen.
Die Moderation achtet insbesondere auf die Zeitvorgaben und leitet die wechselseitigen Einzel- oder Kleingruppenphasen ein. Je nach Thema kann das Prototyping ggf. entfallen, wenn bis dahin bereits ausreichende Erkenntnisse und Ideen im Raum sind. I.d.R. vertieft diese Phase aber auch noch einmal Verstehen und konkretisiert die anschließende Umsetzung.

Für die eigene Anwendung ist das WhitePaper weitestgehend selbsterklärend aufgebaut und können als Schreibunterlage ausgedruckt genutzt werden.

Die 4 Grundphasen der kreativen Problemlösung

Praktisch alle Kreativitätsprozesse enthalten die folgenden vier Phasen in der einen oder anderen Form. Manche Prozessmodelle untergliedern eine oder mehrere dieser Phasen in weitere Phasen. Es gilt explizit ein nichtlinearer Charakter, das bedeutet, dass ein Hin- und Herwechseln zwischen den Phasen durchaus erwünscht ist. 
 Auf einen Nenner gebracht bedeutet kreative Problemlösung: Durch divergentes Denken möglicherweise unkonventionelle Lösungen für ein spezifisches Problem zu finden.

Die vier Grundphasen des kreative Problemlösens sind:

Problem verstehen

Zunächst gilt es, ein klares Verständnis für das Problem zu entwickeln. Hier geht es um die Klärung der Frage: Worum geht es überhaupt? Was soll erreicht werden?
Wenn das Problem definiert wurde, müssen alle verfügbaren Informationsquellen befragt werden, um möglichst viel über das Problem zu erfahren. 
Welche funktionierenden oder nicht-funktionierenden Lösungsansätze gibt es schon? Wie ist die Struktur des Problems?

Ideen generieren

In dieser Phase erfolgt das divergente Denken und Sammeln von Ideen und Lösungsvorschlägen. Quantität geht vor Qualität. Hier werden Ideen nicht analytisch und kritisch betrachtet. Offenheit ist angesagt!

Ideen bewerten

Nun gilt es, die gesammelten Ideen zu strukturieren und zu bewerten. Ideen können zum Beispiel gruppiert werden. Anschließend folgt eine analytische Betrachtung der einzelnen Ideen. Die Vorschläge werden auf Effektivität, Effizienz und Machbarkeit untersucht. Konvergentes Denken ist gefragt!

Idee umsetzen

Vielversprechende Ideen der Bewertungsphase müssen bei Bedarf zu einer vollwertigen Lösung ausgearbeitet werden. Die Lösung muss nun umgesetzt werden. Bei Erfolg ist der kreative Prozess abgeschlossen. Ansonsten kann ein wiederholter Durchlauf nötig sein.

Nichtlineares, kreatives Problemlösen versucht, über geistige Umwege auf eine Lösung zu kommen. Lineares Problemlösen erfolgt dagegen geradlinig nach gewohnten und erlernten Mustern und Techniken (z. B. Mathematik).
Kreatives Problemlösen kann zu besseren Lösungen führen, muss es aber nicht. Es kann auch vorkommen, dass am Ende des Prozesses keine umsetzbare Lösung vorliegt.

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