Augenhöhe ist Beziehung und nicht ein System

Was geschieht, wenn UnternehmerInnen sich anstiften, inspirieren und ermutigen lassen, über andere Wege des Miteinanders und der Unternehmensführung nachzudenken und zu diskutieren?


Dialogerfahrung über AUGENHÖHEwege

von Stephan Stockhausen am 8. March 2016 in Praxisfälle

Es ist der 07. März 2016: AUGENHÖHEwege steht im Rahmen der Unternehmerwerkstatt auf dem Programm. Eine Filmschau und anschließender Dialog mit Inhabern und Verantwortungsträgern eher kleinerer Unternehmen aus der Region. Auf dem Programm steht der Film „orange“.

Worum geht es?

Welche Wege führen zu einer neuen Kultur der Zusammenarbeit, die menschlich und ökonomisch erfolgreich ist? AUGENHÖHEwege zeigt mutige Unternehmen, die ein gutes Stück ihres Weges bereits gegangen sind. Hier der Trailer:

Trailer zum Film AUGENHÖHEwege

Das Spannende eines solchen Nachmittags sind ja die unterschiedlichen Reaktionen, die geweckt werden.
Einer der Unternehmer sagt offen, am liebsten würde er nun nach dem Film nach Hause gehen und mal in Ruhe nachdenken. Zum Abschluss der Diskussion kündigt er an, mal testen zu wollen, wer ihn denn als Chef wählen würde und wie er offenen Widerspruch fördern kann.
Andere formulieren genauso offen ihre Zweifel an der Umsetzbarkeit in kleinen Unternehmen. Dennoch fasziniert alle die Idee, Kontrolle zu verlieren und mehr Verantwortung zu übertragen.

Die Diskussionen drehen sich um folgende drei Fragen:

  • Was hat mich inspiriert / berührt / ermutigt?
  • Wenn das Filmteam in unserem Unternehmen unterwegs wäre: Was würde dann im Film gesagt und gezeigt werden?
  • Welche Zweifel / Bedenken / Fragen habe ich?

An den Moderationswänden entstehen ganz unterschiedliche Ideen. Sie hängen von den Persönlichkeiten ab, die gerade diskutieren, von ihren Erfahrungen und Prägungen.
Ich selbst bin beispielsweise berührt, bei dem Beispiel sonett den Kerngedanken unserer eigenen Doppelspitze Trepmann/Stockhausen im Unternehmen wiederzufinden:
„Bei uns ist wichtig, Unterschiedlichkeiten zusammenzuführen und uns zu einigen. Wir Geschäftsführer sind nicht zwei, die sich am allerbesten verstehen, sondern wir nehmen die Unterschiedlichkeit als Potenzial. Zwei, die Schwierigkeiten haben, sich zu verstehen, können dadurch eine Steigerung entstehen lassen.“

Und so zeigt sich im Laufe des ganzen Nachmittags: es gibt eben nicht die universelle Lösung, das Geheimrezept oder DEN Weg. Jede mögliche Veränderung zu mehr Augenhöhe hängt von handelnden Personen ab. Und damit sind nicht allein die Menschen im Unternehmen, sondern speziell die Hauptverantwortungsträger gemeint, die mit ihrem eigenen Mindset das Mindset ihrer Organisation prägen.
Im Kleinunternehmen übrigens noch stärker als in größeren Organisationen.

Im Film formuliert Hermann Arnold: „Es liegt nicht am Menschen, es liegt am System.“
Für den beschriebenen Wandel seiner Organisation mag das stimmen.
Im Kern zeigt sich in unseren Diskussionen zugleich, dass Augenhöhe v. a. ein Beziehungsthema ist.

Das System, das Verantwortungsträger gestalten ist damit Ausdruck ihrer Haltung zu Beziehung im Allgemeinen, zu sich selbst und zu Menschen, mit denen sie arbeiten im Besonderen.
Unsere Sprache ist da verräterisch: Sprechen wir von Mitarbeitern oder abhängig Beschäftigten, prägt uns eine andere Haltung als im Sprachgebrauch Akteure, Leistungsträger, Mitunternehmer usw. Sprache ist das System, das Haltung transportiert.

Und so wird die zentrale Inspiration dieses Filmnachmittags: Es lohnt, über seine Beziehung zu sich und zu anderen nachzudenken und diese zu entwickeln.

Wer sich ebenfalls inspirieren lassen will, findet die beiden Filme über diesen Link:

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